FAQs zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung
Wie definieren Versicherungsgesellschaften Berufsunfähigkeit?
Die meisten Versicherungsgesellschaften definieren Berufsunfähigkeit
wie folgt:
Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn
der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung
oder Kräfteverfalls voraussichtlich für die Dauer
von mindestens 6 Monaten (Prognosezeitraum) außer
Stande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit
auszuüben, die er auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung
ausüben kann und die seiner bisherigen Lebensstellung
entspricht (Verweisungsberuf). Die Berufsunfähigkeit
muss ärztlich nachgewiesen werden.
Was leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt ihnen bei
Berufsunfähigkeit eine Rente, deren Höhe Sie bei
Vertragsabschluss festlegen. Die Höhe der Rente bestimmt
zusammen mit Faktoren wie Ihrem Alter, dem Gesundheitszustand
und dem ausgeübten Beruf Ihre monatlichen Beitragszahlungen.
Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören heute
zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Denn wer
nach dem 2.1.1961 geboren wurden, erhält im Falle einer
Berufsunfähigkeit keinerlei finanzielle Unterstützung
vom Staat, solange er noch sechs Stunden am Tag irgendeiner
bezahlten Tätigkeit nachgehen kann, wie zum Beispiel
Tankwart, Pförtner oder Telefonist.
Grundsätzlich empfiehlt sich eine BU-Versicherung für
Arbeitnehmer, Freiberufler, Selbstständige, Beamte,
Schüler, Studenten und Auszubildende. Aber auch Hausfrauen
bzw. -männer können eine BU-Versicherung abschließen.
Wie lange zahlt eine BU-Versicherung, wenn ich berufsunfähig
werde?
Es gibt eine maximale Leistungszeit, die Sie bei Vertragsabschluss
bestimmen. Ansonsten gilt, dass Sie solange Leistung erhalten,
solange Ihre Berufsunfähigkeit besteht. Sollten Sie
wieder arbeitsfähig oder gesund sein oder wieder einen
Beruf ausüben, erhalten Sie keine Zahlungen mehr.
Erhalte ich auch eine Rente, wenn ich nicht berufsunfähig
werde?
Reine Berufsunfähigkeitsversicherungen sichern nur
den Fall der Berufsunfähigkeit ab. Am Ende der Laufzeit
erhalten Sie normalerweise kein Geld, wenn Sie nicht berufsunfähig
geworden sind. Manche Gesellschaften bieten an, dass angefallene
Überschüsse am Ende der Laufzeit an Sie ausgezahlt
werden, doch dies sind üblicherweise nur kleine Beträge.
Hier lohnt es sich eher, diese bereits während der
Laufzeit zu verrechnen und so einen günstigeren Beitrag
zu erhalten.
Was geschieht, wenn ich meinen Beruf wechsel?
Da sich bei einem Berufswechsel auch Ihre Risikoeinstufung
und damit Ihre monatlichen Beträge ändern können,
gibt es Gesellschaften, die bei einem Berufswechsel informiert
werden wollen. Es gibt aber auch Versicherer, die auf eine
solche Beitragsanpassung und -überprüfung verzichten.
Hier sollte also sehr sorgfältig verglichen werden.
Weshalb zahlen Männern und Frauen unterschiedliche
Tarife?
Aufgrund der unterschiedlichen Berufsinhalte und damit auch
unterschiedlichen Risikoklassen ist bei Frauen in der Regel
eine günstigere Kalkulation möglich.
Worauf sollte ich beim Abschluss achten?
Achten Sie darauf, dass der Versicherungsanbieter auf ein
Verweisungsrecht verzichtet. Dann können Sie von Ihrem
Versicherer nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden,
sondern erhalten im Fall einer Berufsunfähigkeit auf
jeden Fall die vertraglich vereinbarte BU-Rente.
Es empfiehlt sich auf jeden Fall, alle Gesundheitsfragen,
die Ihnen vor Vertragsabschluss gestellt werden, wahrheitsgemäß
zu beantworten, denn bewusste Falschaussagen können
dazu führen, dass Ihnen im Ernstfall Leistungen verwehrt
werden. Dabei sind auch Vorerkrankungen und akute sowie
chronische Beschwerden anzugeben.
Dieselbe Ehrlichkeit sollten Sie bei der Angabe Ihres Berufes
walten lassen, damit es auch hier später nicht zu Streitigkeiten
kommt.
|